Jesus begegnet den weinenden Frauen | 8. Station auf dem Online-Kreuzweg

Jesus begegnet den weinenden Frauen | 8. Station auf dem Online-Kreuzweg

Eröffnung des Gebets

Verbunden im Gebet, gehen wir den Kreuzweg. Beginnen wir unsere gemeinsame Etappe in der Fastenzeit, die gemeinsame Station auf dem Kreuzweg Jesu, unter dem Zeichen seines Kreuzes:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
Amen.

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

Betrachtung der Station

Der folgende Text ist eine Betrachtung des Geschehens der Station. Gerne können Sie die Aufnahme starten und dabei zurück nach oben scrollen, auf das Titelbild.

Die Frauen am Wegesrand lassen Jesus nicht allein, sie schauen zu ihm auf. Ihre Hände umarmen ihre Kinder und halten ihre Liebsten, deren Weg ins Leben sie begleiten.

Die Kleinsten und Verletzlichsten sehen den zum Tod Verurteilten.

Auch im bitteren Moment des Abschieds hält er seine segnende Hand über sie, die andere beschützen.

Persönlicher Impuls von Pfarrer Mathias Laminski

Es ist gut, wenn Menschen weinen können. Wer weint, zeigt Betroffenheit. Es ist schlimm, wenn wir uns nicht mehr betreffen lassen angesichts des Leids in unserer Umgebung oder in der Welt. Aber weinen, ohne etwas zu ändern, ist manchmal wenig hilfreich.

Was nützt es, wenn ich einen Film sehe über die Judendeportation und weine, aber nichts unternehme gegen Antisemitismus heute? Weinen angesichts der schrecklichen Bilder des Hungers in der Welt, der Flüchtlingsströme bis nach Europa, ohne auf Abhilfe zu sinnen, bringt nichts.

Jesus fordert dazu auf, über uns selbst zu weinen, zumal dann, wenn wir nichts unternommen haben oder nichts unternehmen gegen den beklagenswerten Zustand. Es gibt Schuldgefühle, die nur „gute Absichten“ sind, die man gar nicht hat. Es ist auch wichtig, beherzt mit dem Leid anderer umzugehen. Wo immer ich mich anschicke, das Notwendige zu tun, werden Schuldgefühle sich nicht halten.

Bemühen wir uns darum, unseren Mitmenschen, die traurig oder krank sind, echte Gefühle zu zeigen? Was nützt es, Teilnahme zu zeigen oder zu bekunden, die doch geheuchelt ist?

Gebet an der 8. Station

Guter Gott,
rühre die Herzen derer, die gegenüber Not und Elend ungerührt sind.
Hilf allen, die an leidvollen Verhältnissen etwas ändern möchten und gib ihnen Kraft und Mut. Und hilf denen, die nicht mehr weinen können. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.


Titelbild und Betrachtung der Station aus dem Misereor-Kreuzweg für Erwachsene 2021
©Ejti Stih/MISEREOR

Eine Übersicht über alle Stationen unseres Online-Kreuzwegs finden Sie hier.

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