Was wir von unseren Hunden über das Geheimnis Gottes lernen können | geistlicher Impuls | 27.09.2023

Was wir von unseren Hunden über das Geheimnis Gottes lernen können | geistlicher Impuls | 27.09.2023

Hunde strahlen ein Bewusstsein für das Geschenk des Augenblicks aus, die Freude an den einfachsten Freuden, und das kann bedeutungsvoll zu uns sprechen, wenn wir wach sind. Wie oft nehmen wir die einfachsten Freuden des Lebens als selbstverständlich hin? Der Hund bestimmt nicht, und wir freuen uns, wenn wir uns sein Beispiel zu Herzen nehmen. Aber Hunde teilen auch tiefere Momente mit uns, wenn wir zum Beispiel bemerken, dass unser Hund uns aufmerksam in geteilter Stille ansieht, und wir die Tiefe des Gefühls darin lesen können. Was so erstaunlich, so mysteriös ist, ist, dass dies von einer Kreatur einer anderen Art kommt. In einem solchen Moment hatten wir vielleicht das Glück, uns zu fragen, wie wir jemals eine solche Liebe und Hingabe verdienen könnten. Wie könnte es etwas anderes als Gnade sein? Das ist eine wunderbare Erfahrung und zutiefst demütigend. Denn trotz all unserer Unvollkommenheiten – den Zeiten mit unserem Hund, in denen wir besser hätten umgehen können, in denen wir egoistisch oder sogar dumm gehandelt haben – liebt uns der Hund immer noch. Der Hund ist in der Lage, alle unsere Begrenzungen zu durchschauen und dennoch den Wunsch zu haben, bei uns zu sein. Wie kann uns das nicht verändern, uns heilen? Wenn wir etwas Ähnliches wie diese Emotion fühlen, können wir uns selbst auf eine neue Art und Weise durch die Augen unseres Hundes sehen. Diese Art von Erfahrung kann uns etwas über das eigentliche Geheimnis Gottes lehren: Wie Gott uns sieht, wie Gott uns niemals aufgibt, sondern uns weiterhin ermutigt, vorwärts zu gehen. Und das kann uns inspirieren, uns wirklich zu verändern, unser Bestes zu geben. Wir lernen unsere Träume zu leben.

Aus: Let Dogs be Dogs – Epilog, Br. Christopher Mönch in der New Skete, New York

Ihr Kaplan Thomas Kaiser


Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de

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