Am kommenden Wochenende werden die Uhren wieder umgestellt. Eine Stunde geschenkte Zeit und doch können sich viele von uns mit dieser Umstellung nicht so recht anfreunden. Denn nun wird es am Nachmittag noch früher dunkel. Die Tage fühlen sich kürzer an, der Abend beginnt früher, und der Sommer scheint endgültig hinter uns zu liegen.
Vielleicht kennen Sie das: Wir schauen auf die Uhr und denken, dass der Tag doch gerade erst begonnen hat, und schon wird es draußen wieder dunkel. Dabei muss Dunkelheit nicht nur etwas sein, das wir möglichst schnell hinter uns bringen möchten. Vielleicht kann sie uns auch etwas lehren.
In unserer oft so schnellen und lauten Welt sind wir es gewohnt, aktiv zu sein, Pläne zu machen und möglichst viel in einen Tag zu packen. Wenn es draußen dunkler wird, verändert sich auch die Stimmung.
Die Abende laden dazu ein, nach Hause zu kommen, stiller zu werden und den Tag langsam ausklingen zu lassen.
Auch unser Glaube kennt solche Zeiten. Nicht immer können wir voller Tatendrang sein. Nicht immer haben wir auf alles eine Antwort. Manchmal brauchen wir eine Pause, müssen etwas loslassen oder einfach aushalten, dass noch nicht alles geklärt ist.
Im Buch Kohelet heißt es:
„Alles hat seine Stunde.“
(Kohelet 3,1)
Es gibt eine Zeit zum Tun und eine Zeit zum Ruhen. Eine Zeit für Aufbruch und eine Zeit zum Innehalten. Beides gehört zu unserem Leben.
Vielleicht dürfen wir die kommende dunklere Jahreszeit deshalb als Einladung verstehen, nicht ständig gegen den Rhythmus des Lebens anzukämpfen. Wir müssen nicht jeden Abend mit Aktivitäten füllen. Wir dürfen still werden, Gedanken nachgehen, beten oder einfach einmal nichts tun.
Und vielleicht entdecken wir gerade in solchen ruhigen Momenten etwas, das im Trubel des Alltags leicht untergeht. Gott ist da. Nicht nur dann, wenn alles gelingt und wir voller Energie sind. Auch dann, wenn wir müde werden, wenn uns etwas bedrückt oder wenn wir einfach eine Pause brauchen.
Ein Gedanke für die Woche: Muss ich eigentlich immer weitermachen? Oder darf ich mir heute bewusst einen Moment der Ruhe gönnen, im Vertrauen darauf, dass Gott auch dann bei mir ist, wenn ich einmal nichts leiste?
Guter Gott,
die Tage werden kürzer,
die Abende länger.
Hilf uns, diese Zeit anzunehmen,
ohne ihr nur mit Bedauern zu begegnen.Schenke uns die Ruhe,
nicht immer alles schaffen zu müssen,
und das Vertrauen,
dass unser Leben nicht allein von unserer Leistung abhängt.Sei bei uns in den geschäftigen Stunden
und in den stillen Momenten.
Lass uns spüren, dass wir bei dir
immer willkommen sind.Amen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Mittwoch und Momente der Ruhe und Geborgenheit in der kommenden Woche.
Ihre/Eure Daniela Bock,
Soziale Arbeit in der Pastoral
