Eine Segelfahrt lebt vom Vertrauen. Wer an Bord geht, weiß nicht immer genau, wie der Wind stehen wird, welche Wellen kommen oder was hinter dem Horizont wartet. Trotzdem werden die Leinen gelöst und die Segel gesetzt.
So ähnlich ging es auch unserer Gruppe von 28 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die am 19.07. zur Segelfahrt aufgebrochen ist. Mit unserem Segelschiff, der Actief, waren wir eingeladen hinauszufahren, nicht nur auf das Wattenmeer und Ijsselmeer, sondern auch in die Tiefe des eigenen Lebens.
„Fahrt hinaus wo es tief ist“
(Lk 5,4)
Im Evangelium steht das Wort „βάθος“. Es bedeutet sowohl (Meeres-)Tiefe“ als auch (Himmels-)Höhe. Es steht für das, was über das gewöhnliche Seichte hinausgeht. Es fragt nach dem, was im Leben wirklich zählt: Was verleiht meinem Leben Wahrhaftigkeit und Bestand? Dem nachzugehen bedeutet auch ein Wagnis einzugehen und Sicherheiten hinter sich zu lassen.
In den Gesprächen, im gemeinsamen Arbeiten, in den Gottesdiensten unter freiem Himmel und in den Momenten der Stille konnten wir entdecken: Wenn man dieser Frage Raum gibt, verändert sich der Blick für die Welt und für Gott.
Auch die Jünger begegnen Jesus, als sie als Fischer auf dem See Gennesaret sind. Nach einer erfolglosen Nacht fordert Jesus sie auf, noch einmal hinauszufahren. Gegen alle Erfahrung sagt Petrus: „Auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen“ (Lk 5,5). Sie vertrauen und werden überrascht. Schließlich folgen sie Jesus nach.
Manchmal muss man einfach auf Christus vertrauen, der einen gegen alle Erwartungen ruft oder der mit einem trotz aller Stürme im Boot sitzt. Es lohnt sich den sicheren Hafen zu verlassen und ins Tiefe aufbrechen, um die Netze zum Fang auszuwerfen. „Das taten sie und sie fingen eine große Menge Fische“ (Lk 5,6).
Ihr Theodor Meyer, Kaplan
