Wandern Sie gerne? Oder sind sie früher gerne gewandert? Bei Jugendlichen trifft er Vorschlag wandern zu gehen meist wenig auf Gegenliebe. Was ist der Unterschied zwischen Wandern und von A nach B gehen? Wenn ich schnell ein Ziel erreichen will ist der Weg meistens nur Mittel zum Zweck. Beim Wandern ist der Weg und alles, was passiert wichtig und das Ankommen ist nur ein Teil. Beim gemeinsamen Wandern kommt man ins Gespräch, hat Zeit und kann gemeinsam Entdeckungen machen – man schafft gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen. In diesem Sinne ist ein Spaziergang eine Kurzform des Wanderns.
Gestern hatten wir unseren jährlichen Betriebsausflug, da sind wir auch gemeinsam unterwegs oft zu Fuß. Gesprächspartner*innen wechseln, privates und berufliches wird ausgetauscht – man lernt sich etwas besser kennen. Das hilft uns gemeinsam zu arbeiten.
Im Alltag reicht oft ein Spaziergang, um die eigenen Gedanken klarer zu bekommen. Auch gelingen manche Gespräche beim Gehen besser. Auftretende Stille ist oft besser zu ertragen. Ich nutze die Zeit oft auch dazu mich mit Gott und meinen Fragen auseinander zu setzen. Die Probleme des Alltags werden anders in der Natur und frischer Luft und das hilft mir.
Eine besondere Form des Wanderns ist das Pilgern, hier kommt der Aspekt des Glaubens dazu. Früher pilgerten die Menschen mit einer Bitte an Gott oder als Dank an Gott zu besonderen Orten oder auch um den Glauben zu finden und zu stärken.
Bei der Geschichte der Emausjünger (Lk 24,13-35) wandelt sich das Ziel der Jünger. Eigentlich wollen sie nur nach Hause, kommen unterwegs mit einem Fremden ins Gespräch und entdecken Jesus und ihren Glauben (in aller Kürze zusammengefasst).
Wann haben Sie sich das letzte Mal Zeit genommen draußen zu sein? Sich bewusst Zeit zu nehmen für sich selbst oder mit anderen? Nutzen Sie doch die letzten warmen Tage/Nachmittage dafür. Und vielleicht gesellt sich ein „Fremder“, wie bei den Emausjüngern, plötzlich dazu und erweitert den Blick auf die Dinge.
Ihr Pastoralreferent
Christoph Dähnrich
