Herzliche Einladung an alle Mitglieder und Freunde unserer Pfarrei St.Josef Treptow – Köpenick zur Betrachtung, zum Beten und „Mitgehen“ der Kreuzweg-Bildtafeln der Künstlerin Dr.Maria-Luise Reis, zu sehen im Pfarrsaal von St.Josef bei allen Veranstaltungen und den Bürozeiten.
Mari-Luise Reis schreibt dazu:
„Die Bildtafeln sind in Auseinanderstzung mit den biblischen Passionsberichten sowie den tradierten Darstellungen im Laufe der Kunstgeschichte entstanden. Hierbei suchte ich nach einer eigenen Bildsprache, die das Unfassbare der Folter Jesu auch hinsichtlich anhaltender physischer und psychischer Misshandlung von Menschen vergegenwärtigt. So sind die Bildtafeln in drei Abschnitte geteilt.
Der im oberen Teil schwarz-weiß gehaltene Abschnitt mit graphischer Darstellung betont die physische Gewalt bei der Passion Jesu – ohne für das Auge ablenkendes Beiwerk. Nur schwungvolle Linienführung, welche die massive Einwirkung von Schlägen, Tritten, Nagelung auf den geschundenen Körper ausdrückt.
Der mittlere Teil verweist in Anlehnung an Ikonenmalerei mit der Farbe Gold auf den Bereich der Transzendenz. Bei der Passion Jesu verdichtet sich das Ineinander von Diesseits und Jenseits. Der inkarnierte Logos, der menschgewordene Ich-bin-Da (Ex 4,14) vereint sich zeitübergreifend mit allem menschlichen Leben.
Die mit der Theodizee-Frage einhergehende Unterstellung der Abwesenheit Gottes im Leid der Welt wird mit der Passion Jesu widerlegt.
Anders als in der Ikonemalerei findet sich auf dem Goldhintergrund nicht das erhöhte Christus-Antlitz, sondern der in der Folge der Folter entstellte Mensch. Um das zusammengeschlagene „Bündel“ Fleisch sind Augen der Gaffer, schlagende Hände, tretende Füße der Peiniger angedeutet.
Auf dem unteren Drittel der Bildtafeln wird dieselbe Passions-Szene farbig wiederholt, umnochmals den verletzten Menschen, in seinem Blut, mit seiner herbeigeführten Verschmutzung vor Augen führen.
Die Tafeln orientieren sich zum Teil am tradierten Kreuzweg und enden auf der letzten Tafel mit dem Ostergeschehen, der Erscheinung des Engels im leeren Grab der Begegnung der Frauen mit dem Auferstandenen. Begleitend zu den Bildtafeln habe ich lyrische Texte verfasst, die zu meditativer Betrachtung einladen.
Köpenick, den 15.2.2026 / Marie-Luise Reis“


