„Ich bin ein Weib, und obendrein kein gutes!“
Dieses mutige Bekenntnis stammt von einer außergewöhnlichen Heiligen, die die Kirche am 15.10. weltweit feiert. Teresa von Avila, 1515 im spanischen Kastilien geboren, war ein spirituelles Genie, das mit Charme und Ironie viele Männer ihrer Zeit verblüffte.
Im „goldenen Zeitalter“ Spaniens, das durch die Entdeckung Amerikas und den Reichtümern aus den Kolonien zu Blüte, aber auch zu materieller Dekadenz führte, wollte sie als junge Ordensfrau der Karmelitinnen deutliche Gegenakzente setzen. Gegen starke Widerstände erneuerte und reformierte sie diesen kontemplativen Orden zu den ursprüngliche Idealen der Gründer.
In ihren geistlichen Schriften ermuntert sie ihre Mitschwestern und Zeitgenossen zum Wesentlichen zurückzukommen: Zur Freundschaft mit Jesus. Ihre beeindruckende Autobiographie sowie ihre spirituelle Schrift, „Die Seelenburg“,ein
Klassiker der christlichen Mystik, haben ihr das Prädikat der Kirchenlehrerin beschert. Hier beschreibt sie ihre Entdeckungen in den Tiefenschichten der menschlichen Seele. So lehrt sie eine Höhen- und Tiefenpsychologie mit dem Ziel der Gottesbegegnung in der Mitte des Herzens- eine wertvolle Schule der Meditation. Ihre beeindruckendes Charisma, ihre menschlichen, liebenswürdigen Qualitäten, sowie ihr organisatorisches Talent haben sie zu einem Leitstern und zur Patronin ihres Landes gemacht. Jeder Spanier kennt Teresa.
Sie lehrt einfach und prägnant: „Gott ist auch mitten unter den Kochtöpfen zu finden.“
Ihr wohl bekanntestes Gebet:
Nichts soll dich ängstigen,
nichts dich erschrecken.
Alles geht vorüber.
Gott allein bleibt derselbe.
Alles erreicht der Geduldige.
Wer Gott hat, der hat alles:
Gott allein genügt.
(Solo Dios, basta!)
Pfr. Bernhard Gewers
Titelbild: Peter Paul Rubens, Public domain, via Wikimedia Commons
