Wenn wir zu einer Hochzeit oder zu einem besonderen Fest eingeladen sind, machen wir uns Gedanken: Was ziehe ich an? Wir möchten schön aussehen, passend zum Anlass und auch aus Respekt vor den Menschen, die uns eingeladen haben.
Dieses Jahr durfte ich während meines Urlaubs etwas ganz Besonderes erleben: Ich war zu drei Hochzeiten eingeladen. Es waren Hochzeiten von wunderbaren Freunden, mit denen mich schon seit vielen Jahren eine tiefe Freundschaft verbindet. Ich durfte mit ihnen feiern, lachen und mich mit ihnen freuen – dabei habe ich gespürt, wie viel Schönes in solchen Momenten steckt.
Natürlich habe ich auch auf die wunderschönen Kleider der Bräute geachtet. Jede Braut sah an ihrem Tag wunderschön aus – jedes Detail mit Liebe ausgesucht, jeder Stoff zum Strahlen gebracht. Und doch, wer genau hinschaute, merkte: Das eigentlich Schöne war nicht der Stoff, sondern das Leuchten in den Gesichtern. Genau das beschreibt der erste Petrusbrief, wenn es heißt: „Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein durch Haarflechten, Goldschmuck oder prächtige Kleidung, sondern das verborgene Wesen des Herzens, unvergänglich, mit sanftem und stillem Geist.“ (1Pt 3,3-4) Ein Hochzeitskleid darf natürlich schön glänzen und funkeln – aber das, was wirklich bleibt, ist die Schönheit, die von innen kommt.
Die Bibel geht mit dem Bild des Hochzeitskleides aber noch weiter. Jesus erzählt im Matthäusevangelium das Gleichnis vom Hochzeitsmahl: Ein König lädt zur Hochzeit seines Sohnes ein, und die Gäste kommen – doch einer von ihnen trägt nicht das erwartete Hochzeitsgewand und wird deshalb nicht zugelassen (Matthäus 22,11-12). Dieses Gleichnis erzählt von einer viel größeren Einladung, als wir sie kennen: der Einladung Gottes an uns Menschen, Teil seines Festes zu werden. Wie bei jeder Hochzeit gehört dazu ein Gewand. Die Offenbarung beschreibt dieses Gewand so: „Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit reiner und schöner Leinwand“ (Offenbarung 19,8) – ein Bild dafür, dass wir eingeladen sind, uns von Gott selbst festlich einkleiden zu lassen, bereit für das Fest, zu dem er uns ruft.
Wenn ich also an die Kleider dieser drei Bräute denke, denke ich inzwischen auch an diese andere, viel größere Einladung: Auch wir sind Eingeladene zu einem Fest. Die Frage, die bleibt, ist nicht, ob unser Kleid genug schick ist, sondern ob wir bereit sind, die Einladung anzunehmen und uns beschenken zu lassen.
Ihre Monika Simorova, Pastoralassistentin der Pfarrei
