Es ist erst Freitagnachmittag, doch das große Kreuz liegt bereits auf Steinen auf dem Boden, vorne rechts vom Hauptschiff der großen Kirche. Es ist von flackernden Kerzen in kleinen Gläsern umgeben. Im Hintergrund ist das leise Knarren der Tür zu hören, durch die immer wieder junge Menschen kommen, um zum Kreuz zu gehen, sich auf die Knie zu begeben und ihren Kopf auf das Kreuz zu legen. Eine Haltung, in der viel mehr passiert, als von außen zu sehen ist. Innerlich vorbereitet durch eine Woche mit verschiedenen Gesprächen in Kleingruppen, Gebet und Bibeleinführungen durch die Mönche in Taizé. Das Leben ist durchlässig geworden. Das, was im Inneren tief auf der Seele lastet, steigt an die Oberfläche und wird greifbar.
In diesem Moment erfahren die jungen Menschen die Kraft des lebensspendenden Kreuzes. Zweifel und Lebensfragen erfahren eine Verwandlung durch die Kraft, die uns Jesus durch sein Kreuz und seine Auferstehung geschenkt hat. Diese geheimnisvolle Kraft wird für jeden erfahrbar, der sich dem Kreuz Christi anvertraut und auf diesem Weg durch das Kreuz hindurch den Weg der Auferstehung geht.
Ihr Thomas Kaiser, Kaplan
Bild: Marc Urhausen
In: Pfarrbriefservice.de
