Die heilige Theresia vom Kinde Jesus
Kirchenlehrerin und Patronin der Weltmission
Am 1.10. feiert die Kirche eine Heilige, die wie ein Stern mit großer Leuchtkraft wirkt. Mit nur 24 Lebensjahren wurde sie zur Kirchenlehrerin erhoben und als Patronin der Weltmission geehrt- obwohl sie nie ihr Kloster der Karmelitinnen verlassen hat. Die Hl. Theresia vom Kinde Jesus, auch die kleine Theresia von Lisieux genannt. Mit nur 15 Jahren tritt sie 1888 mit Erlaubnis des damaligen Papstes in das Karmelkloster von Lisieux in Nordfrankreich ein.
Bald wird sie Novizenmeisterin und stirbt 1897 an Tuberkulose im eigenen Kloster. Kurz vor ihrem Tod schreibt sie ihre Autobiographie, „Geschichte einer Seele,“ die schnell zu einem Klassiker der christlichen Spiritualität wird. Mit Mut und erstaunlicher Offenheit beschreibt sie hier ihre Beziehung zu Christus. Dort erklärt sie, wie sie mit zwei Mitteln ihrer kindlichen Nachfolge Jesus gewonnen hat: Der Weg des unbedingten Vertrauens und der restlosen Hingabe. „Man erhält soviel, wie man von ihm erhofft“, und „Ich will helfen, dass die Liebe geliebt werde.“ sind markante Sätze ihrer Schrift.
Noch vor ihrem Klostereintritt besucht sie mit ihrem Vater in Paris ein modernes Kaufhaus mit dem neu installierten „Pater Noster“, die Frühform des Aufzugs. Beide fahren mit dieser neuen Technik in die höheren Etagen. Das junge Mädchen ist fasziniert und erkennt: Genauso ist es mit der Liebe Jesu. „Wir brauchen nicht große Wunder wirken, sondern lassen uns einfach von ihm hinauf in den Himmel ziehen!“ Solche kreativen Bilder zeigen ihre lebhafte, geistliche Vorstellungskraft.
Kurz vor ihrem Tod gibt sie ein besonderes Vermächtnis:
„Ich möchte meinen Himmel damit verbringen, Gutes auf Erden zu tun.
Das ist nicht unmöglich, denn auch die Engel wachen über uns.
Und ich werde bis zum Ende der Welt nicht ruhen, solange es noch gilt Seelen zu retten.“
Dieses kühne, fast übermütige Ideal steht wie ein Programm über ihrem ganzen Leben. Wie ein Engel will sie weiter nach ihrem Tod zum Wohl aller Menschen wirken. Das zeigt ihre beeindruckende geistliche Weite und Größe, die ihr 1925 den päpstlichen Titel „Patronin der Weltmission“ brachte.
Für unzählige Christen, auch außerhalb der Kirche, ist diese junge Heilige eine starke, sympathische Fürsprecherin geworden.
Pfr. Bernhard Gewers
Titelbild: here, Public domain, via Wikimedia Commons
