Am 13. August 1961 wurden durch den Mauerbau in Berlin Familien getrennt, Hoffnungen zerstört und Lebenswege radikal abgeschnitten. Erzbischof Koch hat zu diesem Jahrestag am Sonntag schon in allen Gottesdiensten ein kurzes Wort dazu gesagt. So will auch der heutige Impuls diesen Tag, mit einem biblischen Gedanken in den Blick nehmen.
Inmitten der Ereignisse des 13. August 1961 hallte damals wie heute ein biblisches Wort wider: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ (Psalm 18,30). Dieser Vers ist kein billiger Trost. Er leugnet die Härte der Steine, der Abgrenzung nicht. Er beschreibt keinen einfachen Weg, sondern einen tiefen, inneren Akt des Vertrauens. Er erinnert uns daran, dass Mauern für Gott kein endgültiger Zustand sind. Gottes Geist lässt sich nicht einmauern. Er dringt durch Ritzen, überwindet Stacheldraht und verbindet Menschen im Gebet und schafft Versöhnung, wo die persönliche Begegnung zunächst unmöglich erscheint.
Christus hat am Kreuz die größte aller Mauern – die Trennung zwischen Mensch und Gott – ein für alle Mal niedergerissen. Er lädt uns ein, den Blick zu heben. Nicht auf die Höhe der Mauer zu starren, sondern auf die Größe des Gottes, der uns die Kraft zum Sprung, zum ersten Schritt und zur Versöhnung schenkt.
Ihr Diakon
Alfons Eising
Bildnachweis:
Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de
