Zuhause | Geistlicher Impuls | 18.03.2026

Zuhause | Geistlicher Impuls | 18.03.2026

Vor zwei Wochen ist meine kleine Familie in eine neue Wohnung eingezogen. Unsere vorherige Zwei-Zimmer-Wohnung war unerträglich eng geworden. Obwohl die Miete etwas hoch ist, ist die neue Wohnung vorerst genau, was wir brauchen. 

Der Umzug hat für mich bestimmte Fragen aufgeworfen: Was genau ist „Zuhause“ und wie können wir uns in dieser Welt zu Hause fühlen? Wie denken wir als Christen darüber? Theologisch gesehen ist das Thema von „Zuhause“ tatsächlich sehr komplex. Wir als Christen wohnen zwischen zwei „Heimatländern“: Eden und dem Reich Gottes. Wir sind also in dieser Welt nie zu Hause. 

Sich irgendwo zu Hause zu fühlen, ist ein ständiger Prozess, der mehrere Dimensionen umfasst. Es erfordert den Aufbau und die Pflege von Freundschafts- und Unterstützungsnetzwerken, die Etablierung von Routinen, eine gute Orientierung in der Umgebung und die Entdeckung von Lieblingsorten. Außerdem sind das Gefühl von Sicherheit und Schutz durch einen Arbeitsplatz, freundliche Nachbarn, gerechte Gesetze und vertraute Institutionen, sowie das Gefühl von Zugehörigkeit, Sinnhaftigkeit und Zweck unabdingbar. Nur dann ist es möglich, den „Frieden“ und die „Ruhe“ zu erleben, Zustände, die wir eng mit dem Begriff Zuhause verbinden. 

Ich habe mich seit langem danach gesehnt, mich in einer kleinen und friedlichen Stadt in der Nähe des Meeres oder eines Sees niederzulassen. Wenn ich jedoch ehrlich zu mir selbst bin, weiß ich, dass die Art von Frieden, die ich an einem solchen Ort zu finden hoffe, nicht der Frieden ist, den Jesus seinen Jüngern verspricht. Jesus sendet seine Jüngern in einer „Welt“ aus, die im Neuen Testament als feindseliges Kriegsgebiet beschrieben wird. Dennoch behauptet Jesus, dass sie Frieden haben werden. Was ich mir also von diesem Ideal einer kleinen friedlichen Stadt wünsche, ist ein „menschlicher“ Frieden und eine „menschliche“ Gemütlichkeit. Es ist nicht „der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt“ (Phil 4,7).

Dieser Frieden Gottes entspringt der Überzeugung, dass Jesus wahrhaftig der Herr ist, dass Nichts uns von der Liebe Gottes trennen kann, ganz egal, wie viel Unruhe wir erleben und wie chaotisch und feindselig die Welt auch manchmal ist. Tatsächlich entsteht dieser Frieden, wenn Gott in uns ein Zuhause findet. So seltsam es auch klingt, ist Gott auch auf der Suche nach einem Zuhause in dieser Welt. Aber Gott kann nur in diejenigen ein Zuhause finden, die dem Gebot Jesu gehorchen, anderen die radikale Liebe zeigen, die Gott uns in Jesus gezeigt hat (Joh 14,23). Wir können nicht in den Garten Eden zurückkehren oder selbst das Reich Gottes auf dieser Welt errichten, aber wir können so leben, dass wir ein Zuhause in dieser Welt für Gott und sein Reich schaffen.

Ihr Dylan Belton,
derzeit als Trainee in unserer Pfarrei, auf dem Weg, Pastoralreferent zu werden

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